Rekordinvestments in Digital Health Technologie Ventures

Alleine im letzten Jahr sind US Investments in Höhe von 6,9 Mrd. US Dollar in sogenannte digital health ventures geflossen (Quelle: Financial Times vom 16.09.2015 – S.15). Für das Jahr 2015 wird eine ähnlich hohe Investitionsgröße erwartet. Die Größe des Gesamtmarktes wird derzeit auf 140 Mrd. US Dollar weltweit geschätzt. Diese Woche melden amerikanische Wirtschaftsmedien die Beteiligung von Google an Krankenhäusern. Neben Google zählen General Electric, IBM, Qualcomm auch Philips zu den Hauptinvestoren die massiv in diesen Sektor investieren.

Das sind sehr gute Zeiten für innovative Geschäftsmodelle und Startups in diesem Sektor. In diesem Jahr werden die meisten innovativen Produkte und Services in dieser Reihenfolge für folgende Anwendungsbereiche angeboten: Wellness und individuelle Fitness, das Handling von Patientenerfahrungen, Big Data Analysen, klinische Entscheidungsunterstützung, Workflowlösungen, medizinische Geräte für den Heimgebrauch, öffentliches Gesundheitsmanagement sowie Forschung.

Die größten Investitionen in digital health ventures in 2015 in der Übersicht:

  1. Zenefits – Lebensversicherung und andere HR Services – 500 Mio. USD
  2. Oscar – Lebensversicherung – 145 Mio. USD
  3. NantHealth – Big Data Analytics Gesundheitswesen – 100 Mio. USD
  4. HealthCatalyst – Big Data Analytics Gesundheitswesen – 70 Mio. USD
  5. BioNano Genomics – Personalisierte Services mit DNA Analyse – 70 Mio. USD

Die meisten Geschäftsmodelle in diesem Sektor werden direkt oder indirekt zur Folge haben, dass Risiken individualisiert werden. Das heißt, dass jeder Kunde nach seinem persönlichen Risikoprofil einkategorisiert wird und dann ein dafür passenden Preis angeboten bekommen wird oder das ein Angebot erst gar nicht unterbreitet wird. Das wäre  zumindest in Europa und auch in Deutschland eine fundamental andere Geschäftsphilosophie als bisher.

Das wird ohne Zweifel gesellschaftlich weitreichende Folgen haben und die Frage, wie wir in der sozialen Marktwirtschaft in der Zukunft mit Schwachen, Kranken sowie Bedürftigen, denen keine Schuld an Ihre Situation trifft, umgehen möchten.  Die Technologien werden es eben ermöglichen Risiken nicht mehr zu sozialisieren, was im Grunde richtig ist. Jedoch muss eine Antwort für diejenigen Menschen gefunden werden, die eben unverschuldet krank, bedürftig oder schwach sind. Vielleicht liegt darin auch eine brilliante Geschäftsidee?
Herzlicher Gruß

Ihr Dirk Stein