Industrieller 3D-Druckermarkt – Aktien im Sturzflug – Wachstumsstory plausibel

Bis letzten Freitag haben sich auf der Fachmesse Euromold in Düsseldorf die Hersteller für 3D-Drucker wieder bestens mit Innovationen präsentiert. Das der Markt für industrielle 3D-Drucker ein Wachstumsmarkt ist, wird aus Investorensicht nicht bezweifelt. Im Gegenteil.  Jedoch haben die beiden großen Hersteller für additive Fertigung Stratasys (Nasdaq) und 3D-Systems (NYSE) an den Aktienmärkten auf Jahressicht etwa 70% an Kursrückgängen zu verbuchen. Was ist da passiert?

Die durch Akquisitionen zusätzlich gewonnenen Umsatzerlöse bereiten Sorge. Das hat den Verschuldungsgrad dieser Unternehmen signifikant ansteigen lassen und die Gewinne schmelzen kräftig weg. Die Equity- bzw. Wachstumsstorys der Hersteller werden dennoch insgesamt weiterhin positiv bewertet. Das wird nicht zuletzt durch Äußerungen Staatspräsidenten der USA, Russland und China unterstützt, die nicht müde werden, die Revolution dieser Fertigungsmethode immer wieder herauszustellen, in dem u.a. dieses Fertigungsverfahren als feste Komponente zur Modernisierung ihrer Volkswirtschaften herausgestellt wird.

Experten sind sich sicher, dass der industrielle 3D-Druck in den nächsten paar Jahren weiterhin ein Markt für Nischenanwendungen und für den Prototypenbau bleiben wird. Für die Massenherstellung von Kunststoff- oder Metallprodukten ist das Verfahren einfach noch zu langsam und zu kostspielig. Das ist zudem für alle Unternehmen, die sich mit dem Gedanken tragen ihre Geschäftsmodelle mit 3D-Druck Verfahren zu verändern, eine wichtige strategische Information. Der Markt befindet sich aktuell in einer Konsolidierungsphase und eine Investition in die Anschaffung eines 3D-Druckers muss unter den aktuellen Bedingungen in Hinblick auf die Auswahl des Herstellers sehr gut abgewogen und überlegt sein.

Im Jahr 2014 wurden laut Wohlers Report insgesamt 12850 industrielle 3D-Drucker verkauft. Marktführer mit über 50% ist Stratasys gefolgt von 3D Systems mit ca. 16% sowie Envisiontec mit etwa 10%. Der restliche Markt teilen EOS, Carima, Roland DG, MCOR und sonstige kleine Hersteller unter sich auf.

Viele Unternehmen arbeiten derzeit an weiteren Anwendungsgebieten. So ist es neben den Klassikern  Kunststoff-, Metall- und Keramikdruck bereits möglich Glas zu drucken. Auch Entwicklungen zum Druck von Silikon sind im vollem Gange. Es wird definitiv spannend und wichtig sein, die wachsenden Anwendungsgebiete sorgfältig zu beobachten und frühzeitig in Überlegungen für zukunftsfähige Geschäftsmodellentwicklungen im Sinne der Digitalisierung einfließen zu lassen.

Herzlicher Gruß
Ihr Dirk Stein