Digitalisierung der Spielzeughersteller: Lego macht ernst und setzt Digitalstrategie konsequent um

Digitalisierung der Spielzeughersteller: Lego macht ernst und setzt Digitalstrategie konsequent um

Digitalisierung der Spielzeughersteller: Lego macht ernst und setzt Digitalstrategie konsequent um 426 312 dirkstein

Die steigende Nutzung von Smartphones und Tablets haben alle Spielzeughersteller in den vergangenen Jahren hart getroffen, da ihre Zielgruppe zunehmend mit diesen Geräten ihre Zeit verbringen. Lego hat reagiert und zusammen mit Warner/ TT Games Anfang Oktober 2015 den Marktstart für das toy-of-life Spiel Lego Dimensions vollzogen.

Erklärung – Das toys-of-life Prinzip:
Klassische Spielzeuge sind zunehmend von Videospielkonsolen verdrängt worden. Man kann man Autos fahren, Flugzeuge fliegen, Fussball spielen. „Toys-to-life“-Genre verbindet nun die virtuelle und reale Welt. Parallel zu einem Videospiel werden dazu passende Spielfiguren verkauft. Die Spieler können diese Figuren dann auf ein sogenanntes elektronisches Podest stellen, dass an die Videospielkonsole angeschlossen ist. Nun passiert aus Sicht des Spielers das nahezu Magische: Durch einen RFID-Funkchip im Inneren der Spielfigur erkennt die Spielkonsole die Figur und fügt diese in das laufende Videospiel ein.

Lego geht mit Lego Dimensions im Vergleich zum Wettbewerb (Skylanders, Disney Infinity, Amiibo) sogar einen Schritt weiter und ermöglicht den Umbau von Fahrzeugen oder die Veränderung von Farben für die Spielfiguren. Kinderpsychologen sehen die Verknüpfung der virtuellen mit der realen Welt durchweg positiv, da die haptische Wahrnehmung zusätzlich eingebunden ist.

Das Marktvolumen für toys-of-life betrug in 2014 laut Financial Times vom 28.09.2015 etwa 1 Mrd. US Dollar, die Skylanders, Disney Infinity und Amiibo unter sich aufteilten. Die Wachstumsraten in den nächsten Jahren werden pro Jahr auf durchschnittlich 35% geschätzt. Eine gute Wachstumstory. Lego ist der erste der drei großen Spielzeughersteller, neben Mattel und Hasbro, der nun konsequent auch wirtschaftliche Erfolge einfährt. So hat Lego erstmals den höchsten Umsatz vor seinen beiden Wettberbern erreicht. Laut Euromonitor hat Lego 2,1 Mrd US Dollar Umsatz im ersten Halbjahr 2015 erzielt und damit erstmals seine beiden wichtigsten Wettbewerber überholt. Mattel folgt mit 1,9 und Hasbro 1,5 Mrd. US Dollar. Die Digitalierungsstrategie von Lego trägt offensichtlich erste finanzielle Früchte.

Für das Geschäftsmodelldesign kann man daraus lernen, wie die reale und virtuelle Welt geschickt mit einander verknüpft werden kann. Lego holt seine Kunden nun auch in der virtuellen Welt ab, denn dort sind sie vermehrt. Ganz einfach sollte man sich permanent folgende Frage als erstes stellen: Wer und wo ist mein Kunde und wie hole ich ihn ab?

Lego nennt die Verknüpfung der virtuellen und realen Welt ein hybrides Geschäftsmodell. Wir bezeichnen es bisher in unserer Ansichtssache als analog-digitales Geschäftsmodell. Weitere sortieren es wiederum in den Bereich des Omni-Channeling. Ganz egal welche Begriffe sich dafür noch alle finden lassen, es ist für jedes Unternehmen im Sinne von Competitive Intelligence wichtig, die zugrundeliegenden Strukturen von Geschäftsmodellen zu erkennen sowie zu analysieren und die Übertragbarkeit auf andere / eigene Geschäftsmodelle zu prüfen, um Wettbewerbsvorteile für andere Produkt/Servicewelten bzw. in anderen Branchen erzielen zu können. Das ist aus unserer Sicht das entscheidende Geheimnis für die (Weiter-)Entwicklung von Geschäftsmodellen. Ein Geschäftsmodell muss einfach einfach sein, um erfolgreich sein zu können. Das Geschäftsmodelldesign ist deshalb einfacher als man denkt. Ganz einfach. Querdenken ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Unsere Geschäftsimpulse helfen effektiv dabei. Ihnen einfach, viel Erfolg!

Herzlicher Gruß
Ihr Dirk Stein

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dirkstein

Entrepreneur, Berater, Visionär