EU-Binnenmarkt 4.0 – Status und Ausblick

Die Digitalisierung war bei dem Amtsantritt der neuen EU-Kommission im November letzten Jahres eines der Kernthemen. Was hat sich seit dem getan und wie geht es weiter? Dazu ein kurzer Status aus Sicht der Wirtschaft und des Geschäftsmodelldesigns. Wir berichteten u.a. zum Thema Industrie 4.0 am 15.Oktober 2015 hier zum Thema fehlende Normen und Unsicherheiten aus Sicht der Wirtschaft.

Wer sind die EU-Key Player die man für die strategischen Entwicklungen der Digitalisierung im Auge behalten und intensiv verfolgen sollte?

  1. Günther Oettinger, EU-Kommissar
    Thema: Digitale Wirtschaft und Gesellschaft
  2. Andrus Ansip, EU-Vizepräsident
    Thema: Digitaler Binnenmarkt
  3. Elzbieta Bienkowska, EU-Kommissarin
    Thema: Binnenmarkt – Die nächste Generation

Was plant die EU-Kommission?

  1. Regulatorische Vereinfachungen für Start-ups in den ersten drei Jahren nach Gründung.
  2. EU Agenda für kollaborative Wirtschaft.
  3. Neuer Rechtsrahmen für geistiges Eigentum.
  4. Katalogisierung für Normen und Standards (Industrie 4.0!)
  5. Reform regulierter Berufe (In Diskussion: Architekten, Steuerberater etc.)
  6. Schnellere Umsetzung von EU Vorgaben in den Mitgliedsstaaten.
  7. Datenschutz Grundverordnung

Die meisten Ergebnisse sind für 2016 angekündigt. Es werden jedoch Schritt für Schritt Veröffentlichungen der EU-Kommission folgen. Den Anfang macht voraussichtlich in der kommenden Woche die EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska. Sie veröffentlicht eine neue Strategie für den Binnenmarkt (Titel: Die nächste Generation). Das Konzept soll auf Günther Oettingers vorgestellter Digitalstrategie von Mai diesen Jahres basieren.

Insbesondere deutsche Unternehmen sehnen sich Rechtssicherheit in diesem Themenbereich herbei. Als Unternehmer, Strategieverantwortlicher und Geschäftsmodellentwickler kann auf der anderen Seite jedoch nicht nicht gehandelt werden. Rechtsrahmen hin oder her. Es gilt Entscheidungen und Investitionen mit Augenmaß unter Unsicherheit zu treffen. Aber ist das nicht auch unternehmerischer Alltag und völlig normal? (Mehrere) Kooperationsmodelle bis das sich klare Normen und Standards in der Digitalisierung herausgebildet haben, könnten eine Option sein.

In Bezug auf die Reform regulierter Berufe werden sich garantiert neue Geschäftsmodelle etablieren. Das ist schon jetzt absehbar. Damit ergeben sich auch Möglichkeiten für bestehende Unternehmen ihr Geschäft in der EU auszubauen oder auch für Start-ups die durch die Deregulierung mit neuen Geschäftsmodellen in den Markt kommen. Garantiert. Die betroffenen Berufe sind absehbar.

Die Änderungen auf gesetzlicher Ebene sollten immer beobachtet werden und in einer kontinuierlichen PEST / PESTEL Analyse für das eigene Geschäftsmodell in Hinblick Handlungsnotwendigkeiten geprüft werden und in das Designthinking für zukunftsfähige Geschäftsmodelle einfließen.

Es wird sich viel bewegen und neue Möglichkeiten werden sich bieten.

Herzlicher Gruß
Ihr Dirk Stein