Digitalisierung: Die Anprobe der Zukunft hat begonnen

Trendforscher des Frankfurter Zukunftsinstitut haben herausgefunden, dass die Umkleidekabine der am meisten vernachlässigste Teil des Geschäfts im Modehandel ist. Die Ausstattung und Anmutung der aktuellen Umkleidekabinen hemmen potenzielle Käufer diese zu benutzen und ist damit aus heutiger Sicht kaufverhindernd.

Der Umkleidekabine eine Zukunft zu geben ist ein immer wichtigeres Thema für erfolgreiche Geschäftsmodelle im Handel. Für die Firma Oak Labs ist die Umkleidekabine der Zukunft Gegenstand des eigenen Geschäftsmodells. Die Zukunft der digitalen Umkleidekabine hat begonnen und die Verschmelzung des virtuellen sowie realen Einkaufens ist im vollem Gange.

Anbei ein paar Beispiele zu diesem Thema Im Flagshipstore von Ralph Lauren in New York können Kunden das passende Licht in der Umkleidekabine wählen. Im Oak Fitting Room des Tech Start Ups Oak Labs lassen sich via Touchscreen weitere Größen oder zum Outfit passende Artikel zur Anprobe anfordern. Ein sogenannter SMART Mirror, ein sozusagen kluger Spiegel,  kann Artikel reservieren oder diese können auch über den smarten Spiegel bezahlt werden.

Der H&M Megastore am New Yorker Time Square ist der High Tech Tempel der Modekette auf insgesamt 42000 qm. Dort zahlt man bequem per iPad im der Umkleide und damit entfällt unnötiges Warten an den Kassen. Ein Try and Buy Konzept ermöglicht die virtuelle Anprobe der Kleidung, so dass diese auch auf einem virtuellen Laufsteg den Mitarbeitern , einem selbst oder mit einkaufenden Freunden gezeigt werden kann.

Im Berliner Karl Lagerfeld Shop bieten mittlerweile auch Tablets die Möglichkeit sich zu fotografieren und die Anprobebilder zwecks Feedback zu versenden. Daran wird deutlich , dass die Umkleidekabine der Zukunft nicht mehr ein rein amerikanisches Thema ist bzw. sein wird. Alle führenden deutschen Kaufhäuser haben angekündigt, massiv in sinnlichere und reizvollere Kaufumgebungen zu investieren. Allem voran Jerry Storch der CEO von Hudson Bay dem neuen Eigentümer von Kaufhof oder die Premium Warenhäuser aus dem Karstadt Konzern (z.B. KaDeWe, Oberpollinger) machen in diesem Punkt ernst.  Dem Handelsblatt vom 11.03.2016 zufolge plant Hudson Bay eine Milliardeninvestition  in Kaufhof. Hudson Bay wird aller Voraussicht nach im Zuge dessen auch den Weg für die Marke „Saks Fifth Avenue“ nach Deutschland  ebnen. Wetten, dass?! Wir werden sehen und stellen fest, dass sich viel im Handel bewegt. Spannend für das Geschäftsmodelldesign.

Herzlicher Gruß
Dirk Stein