Trend: Game Based Learning

In Deutschland lernt jeder zweite Bürger in seiner Freizeit. Das ist u.a. beispielhaft  an den Studienzahlen für Berufstätige sehr gut zu erkennen, die nach der Arbeit und am Wochenende einem Hochschulstudium nachgehen.

Nun kommt durch die Digitalisierung auch langsam der Markt für die Wissensvermittlung in Fahrt. Weiterbildung per Smartphone und das in kleinen Dosen bzw. Häppchen. Insbesondere in diesem Bereich ist das Segment der spielerischen Wissensvermittlung für Investoren von großer Bedeutung. Dieses Marktsegment wird mit dem Begriff „Game Based Learning“ bezeichnet. Eigentlich gibt es das „Game Based Learning“ schon sehr lange Zeit. Unternehmensplanspiele mit PC-Unterstützung sind dafür gute Beispiele. Nur eben nicht mobil und der Quiz / Spaß Charakter war nicht so im Vordergrund, wie nun aktuelle Entwicklungen in diesem Marktsegment zeigen.

Die Start Up´s Learning Snacks oder Skill Hero sind stellvertretend exemplarische Beispiele der neuen mobilen Wissentransfergeneration. Stetig weiterbilden mit Spaß. Das steht im Vordergrund. Dabei kann es sich auch um allgemeine Themen handeln, wie beispielsweise durch das Nachgehen der Frage: Warum sind Japaner so schlank?

Der Cornelsen Verlag investiert in diesem Bereich via Sofatutor.de und die Stuttgarter Klettgruppe ist in diesem Markt mit MeinUnterricht.de am Start. Der Umsatz für Produkte und Dienstleistungen für das elektronisch unterstützte Lernen betrug 600 Mio. EUR. Die Tendenz ist steigend. Dieser Bereich wird vermutlich nie den größten Anteil an den gesamten Start-Up Investitionen erreichen, jedoch wird dieser an Bedeutung zunehmen und das kann aus Investorensicht durchaus sehr interessant werden.

Die Kernfrage für das Geschäftsmodelldesign lautet auch hier:
Wo und wie hole ich meine Kunden der Zukunft ab?

Darauf aufbauend kann die Bindung erfolgen und wenn durch Lernapplikationen erst einmal der Zugang zu den Kunden der Zukunft etabliert ist, dann ist für die Erweiterung eines automatisierten Sales-Funnels (Up-Sell, Cross-Sell etc.) die Basis gelegt. Das muss für das Geschäftsmodelldesign auch in diesem Markt im Fokus stehen. Erst dann können zusätzliche Mehrwerte für die Kunden der Zukunft entstehen.

Es sollte ein ganzheitliches (Meta-)Bild auf die Bedürfnisse der lernenden Menschen geschaffen und verstanden werden und das ist zunächst unabhängig von analoger oder digitaler Wissensvermittlung! Auf dieser Basis können aus unserer Sicht Geschäftsmodelle in diesem Kontext auch erst ein lebenslanger Begleiter für das lebenslange sowie häppchenweise Lernen werden. Auch insbesondere die privaten Hochschulen sollten sich in diesem Digitalisierungskontext mit ihrem Geschäftsmodell befassen und das wird -sofern TTIP und damit amerikanische Hochschulen auf den deutschen Markt kommen- für die privaten Hochschulen zusätzlich eine sehr große Herausforderung werden wird. Dabei werden wir ganz neue Bildungsprodukte / Services sowie Allianzen erleben. Diese Veränderungen werden durchaus gute sowie überraschende Lösungen bringen. Davon sind wir überzeugt.

Herzlicher Gruß
Ihr Dirk Stein