BaFin nimmt Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft ins Visier

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) befasst sich zunehmend mit den möglichen Auswirkungen der Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft. Die Abkehr von der sogenannten kollektiven Risikoübernahme der Versicherten durch die Versicherer durch sogenannte Wearables, FitnessTracker die wiederum individuelle personenbezogene Tarife ermöglichen sind der BaFin ein Dorn im Auge. Der Hauptkritikpunkt sind die dadurch noch nicht absehbaren Folgen für die Volkswirtschaft, die schwere soziale Verwerfungen nach sich ziehen könnten, so Felix Hufeld im der heutigen Ausgabe der Börsen Zeitung (S.2). Dabei können jüngere Menschen von besseren Tarifen profitieren während dessen die älteren Menschen nicht mehr wie bisher auf die Solidarität des Versichertenkollektiv vertrauen könnten und das genau könnte eine große soziale Verwerfung in der Gesellschaft bedeuten, so Hufeld.

Hufeld möchte dies als Impuls zum Nachdenken  für das Spannungsverhältnis zwischen Produktentwicklung Versicherungsschutz verstanden wissen, so die Börsen Zeitung. Vor wenigen Monaten hatte Hufeld es abgelehnt als sogenannter TÜV für digitale Geschäftsmodelle in der Finanzwirtschaft  zu agieren, da die BaFin dafür kein Mandat hätte. Die Entwicklung ist durchaus interessant und kann als Signal verstanden werden, dass das Thema Digitalisierung für die BaFin eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Es ist durchaus denkbar, dass Hufeld durch seine Diskussionsbeiträge zum Thema Digitalisierung und die dadurch etwaigen entstehenden sozialen Folgen, sich nun ein Mandat aus der Politik abholen möchte. Seine Aussagen haben durch seinen Vorsitz der International Association of Insurance Supervisors (IAIS) zudem einen hohen Stellenwert.

Für das Design innovativer Geschäftsmodelle in der Finanzwirtschaft bedeutet dies, dass die gesetzliche / regulatorische Entwicklung fortan nun sehr aufmerksam verfolgt werden sollte, da dies vermutlich schon sehr bald die Erfolgsaussichten bzw.. Attraktivität dieser Geschäftsmodelle sehr deutlich beeinflussen wird.

Andererseits können Start-UPs und Entrepreneure genau diesen Aspekt von Felix Hufeld als USP neuer Geschäftsmodelle nutzen, die eben diese möglichen sozialen Verwerfungen vermeiden und dennoch innovativ sind sowie  Mehrwerte für alle Beteiligten schaffen.  Das wäre doch was, oder?!

Herzlicher Gruß

Ihr Dirk Stein

 

Bildnachweis Felix Hufeld: Schafgans DGPh / BaFin