Business Background: Pokémon Go und Geschäftsmodelldesign

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Pokémon Go bricht alle Rekorde. Nintendo landet erstmals mit unglaublichen Erfolg ein augumented Video Smartphone Spiel indem Monster mit real life locations übereinander gelegt werden. Die real life location ist der Aufenthaltsort der jeweiligen Spieler der durch das Smartphone ermittelt wird und genau das ist augumented reality.

Das ganze hat drei interessante Facetten: Die Spieler, Nintendo selbst sowie Bedeutung für neue Geschäftsmodelle bzw. Entrepreneurship oder Business Development.

  1. Die Spieler
    Es ist ein alter Hut, kostenlos ist überhaupt nichts in modernen Geschäftsmodellen. Auch bei Pokémon Go geht es um die Nutzerdaten. Oh Wunder und das ist die Währung in der aus Sicht der Spieler bezahlt wird. Nintendo wird nach neuesten Erkenntissen jetzt zügig die Entwicklerplattform „Pokémon GO“ für werbetreibende Handlesunternehmen öffnen und genau damit Geld verdienen. Passgenaue Werbung ortsgenau für Spieler in der Nähe der Handelsgeschäfte. Das  Preismodell für Werbetreibende wird mit  „cost per visit“ der Spieler in der von den werbetreibenden gewünschten Lokation geplant. Das ist mit „cost per click“ von google sehr vergleichbar. Bravourös, dass über den Weg einer bekannten Spielfigur  mit „Suchtcharakter“ und mit einem Brand Nintendo diesen Weg gehen. User, Nutzer, Anwender werden nun eben am besten über ihren intrinsischen Spieltrieb generiert. Chapeau.
  2. Das Unternehmen Nintendo
    Die Nintendo Aktie legte nach längerer Flaute ordentlich zu. In der Investorenszene wird nun Nintendo zugetraut das eigene Geschäftmodell erfolgreich zu verändern indem man sich von dem Spielkonsolenmarkt unabhängiger macht. Nintendo hat wieder ein Equity Story! Das Genie hinter Pokémon Go heisst Shigeru Miyamoto, der schon die legendären Spiele Donkey Kong und Super Mario ermöglichte. Keinem anderen Videospielunternehmen wird derzeit so viel Transformationsexzellenz zur erfolgreichen Neugestaltung ihres Geschäftsmodells zugetraut wie Nintendo.
  3. Das Geschäftsmodelldesign über Nintendo hinaus
    Dabei stellt sich nun auch aus dem Geschäftsmodelldesign die Frage, was das für Auswirkungen auf ähnliche Geschäftsmodelle haben kann. Circa 43 Millionen Deustche nutzen regelmäßig Videospiele und davon ca. 17,5 Mio mobile Spiele auf einem Smartphone. Tendenz steigend. Alle aktuellen Geschäftmodelle die sich mit der Verknüpfung von Online- und Offline Handel beschäftigen und in ähnlicher Weise ihre Erlösstöme planen müssen Ihre Strategie bzw. das Geschäftsmodell im Sinne der Umsatzströme sauber analysieren und strrategische Handlungsoptionen ableiten. Jedes dieser Geschäftsmodelle muss nun eine plausible Antwort auf Pokémon GO finden. Das ist eine Herausforderung, jedoch lösbar und etwas Zeit ist in Deutschland auch noch, da es erst langsam zu uns kommen wird und der Zugang zu der Plattform für Werbetreibende noch in den Kinderschuhen steckt, noch. Auch Google hat nun wie aus dem Nichts wieder etwas zu tun, wer hätte das gedacht. Spannend.

Wir empfehlen die anschaulichen Instrumente der Lean Start Methode anzuwenden.

Herzlicher Gruß
Ihr Dirk Stein