Digitaler Wandel: Die zwei Kernherausforderungen der Deutschen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in dieser Woche gab es die Meldung, dass Infineon nun in Österreich 1,6 Milliarden Euro in eine neue Chipfabrik investiert, da die Genehmigungsprozesse in Deutschland einfach zu kompliziert und langwierig sind. Als verantwortliche Bürger und Steuerzahler dieses Landes muss da einem der Atem stocken. Die verantwortliche Politik muss dafür und für alle weiteren Fälle dieser Art ab sofort  Rede und Antwort stehen, warum ein in Deutschland gegründetes Unternehmen der zukunftsträchtigen Digitalbranche wegen Unvermögen deutscher Behörden und seiner Genehmigungsprozesse im benachbarten Ausland Arbeitsplätze schafft und nicht in Deutschland. Das ist die erste der zwei Kernhausforderungen, die wir in Deutschland zügig angehen müssen, um die Zukunft grundsätzlich zu sichern und nicht nur den digitalen Wandel zu meistern. Es wird nach wie vor auch eine „analoge“ Welt geben und beides muss miteinander in Einklang stehen. Eine große gestalterische Aufgabe für Politik und Gesellschaft.

Die zweite Kernherausforderung ist die Sorge, die Angst oder das Misstrauen der Menschen vor allem Neuen. Daran müssen wir dringend nachhaltig arbeiten und unsere Kultur der Technikfeindlichkeit abbauen. Insbesondere Chancen erkennen und nicht nur Risiken. Wir müssen davon wegkommen, dass Kochkurse zu den beliebtesten privat besuchten Seminaren in diesem Land gehören und unsere Priortäten verschieben, sofern wir die Zukunft gestalten wollen. Oder wir werden gestaltet. So einfach wird das werden.
Ein Mittel dazu ist konsequente breite digitale Aus- und Weiterbildung um diesen notwendigen Wandel voranzubringen. Mein Team wird deshalb sehr zeitnah, Seminare rund um die digitale Weiterbildung mit Elementen aus Kochkursen verbinden. Wir werden berichten. Sie dürfen gespannt sein.

Anbei ein interessanter sehr lesenswerter Beitrag aus der WAMS vom 13. Mai 2018 zu diesem Thema (s.u.). Ein Koreaner berichtet zum Beispiel, dass er sich in Deutschland um 20 Jahre (!) zurückversetzt fühle. Einfach mal kurz inne halten und mal darüber nachdenken…
In Schweden wird in 5 Jahren das Bargeld abgeschafft sein. Bereits heute kann im ÖPNV nur noch mit dem Smartphone bezahlt werden. Schweden will die erste bargeldlose Nation und Gesellschaft werden und das ist als politisches Ziel verankert. Das mag man gut finden oder auch nicht.
Fakt ist, dass sich dadurch die notwendigen Kompetenzen der Menschen zur Teilhabe an Wirtschaft und Gesellschaft dramatisch verschieben. Liebe Menschen in diesem Land, macht weiter Kochkurse, jedoch sichert bitte zuerst unsere gemeinsame Zukunft sowie die der jungen Generation und dann kann auch nach Herzenslust geschlemmt werden. Da kann doch nur die richtige Reihenfolge sein und nicht anders, oder?!

Den digitalen Wandel und die Zukunft der deutschen Wirtschaft grundsätzlich weiter mit 80 km/h bzw. mit angezogener Handbremse voranbringen zu wollen ist keine erfolgsversprechende Option für eine Zukunft mit Wohlstand in Deutschland.

Herzlichst

Ihr Dirk Stein

 

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