Digital Business: KI ist kein Wundermittel – hilft aber

Digital Business: KI ist kein Wundermittel – hilft aber

Digital Business: KI ist kein Wundermittel – hilft aber 2560 1280 dirkstein

Anbei ein toller Beitrag in der FAZ vom 16.11.2019 von Gerhard Weiss, Universität Maastricht (NL) zum Thema Künstliche Intelligenz (siehe unten). Das fehlende Verständnis zum Thema was KI ist, ist in der Tat sehr weit verbreitet und ich kann dies aus der Digitalisierungs- und Transformationspraxis nur bestätigen.

Jedoch können KI-Forscher selbst, KI nicht exakt definieren. Dieses Gebiet befindet sich vielmehr in einem permanenten Definitionsprozess – zum Beispiel wenn Themen als Nicht-KI eingestuft werden oder sich neue KI-Thematiken entwickeln.

Mein Vorschlag u.a. im Zusammenhang mit KI ist: Wir sollten den Begriff nicht als zählbares Nomen („eine KI“, „zwei KI“ …) verwenden. KI ist ein wissenschaftliches Fachgebiet, so wie Mathematik oder Biologie. Das heißt, dass KI eine Vielzahl von Konzepten sowie Methoden als Lösung für spezifische Problemstellungen darstellt.

Da KI eine Fachrichtung ist, sollte man nicht „eine KI“ sagen. Man sagt ja auch nicht „eine Biologie“. Das wird noch deutlicher, wenn man versucht, so etwas wie „Wir brauchen mehr künstliche Intelligenzen.“ zu sagen. Das klingt schlichtweg falsch, oder ? Die Verwendung von KI als zählbares Nomen ist selbstverständlich kein gravierendes Problem, wenn die restliche Aussage ansonsten Sinn ergibt.

Ein Profi nutzt in der Regel den Begriff „eine KI-Methode“ anstatt „eine KI“.
Anbei eine grundsätzliche Einordnung für die KI-Methoden Begriffswelt (selbst erstellt):

Begeben Sie sich gerne auf eine KI-Begriffsdefinitionsreise und versuchen Sie in diese Begriffswelten einzutauchen und bilden Sie sich dazu Ihre (!) Meinung. KI muss einfach sehr differenziert betrachtet werden, um diesesGebiet besser zu verstehen. Denn KI wird in der Regel als „Kofferwort“ in Wirtschaft und Gesellschaft verwendet und das macht das Verständnis zu KI sooo kompliziert. Das muss jedoch nicht sein und so bleiben. Anbei meine Empfehlung zur Begriffsdefinitionsreise von KI als Teilgebiet der Informatik und tauchen Sie in die 4 nachfolgenden Begriffswelten ein und nähern Sie sich dem KI Thema:

  1. Künstliche Intelligenz (KI)
    „Starke und schwache KI “ sowie „Allgemeine und spezifische KI„. Diese beiden Sichtweisen stehen in der KI Welt parallel nebeneinander. Was wir heute in der breiten Masse und Anwendung weltweit sehen, ist spezifische KI die eine vom Menschen definierte Aufgabe durchführt. Allgemeine KI ist das was wir aus Science Fiction kennen, das führt u.a. zu dem weit verbreiteten Verständnisproblem in Wirtschaft und Gesellschaft.
  2. Machine Learning (ML)
    ML ist wiederum ein Teilgebiet von KI. ML ermöglicht anpassungsfähige bzw. auf Erfahrung (datenbasiert) lernende KI-Lösungen. ML wird zudem in überwachtes und unüberwachtes Lernen unterteilt.
  3. Deep Learning (DL)
    DL ist ein Konzept, durch das Muster / Auffälligkeiten in Daten erkannt werden sollen. Die „Tiefe“ von DL bezieht sich auf die Komplexität eines mathematischen/statistischen Modells mit dem die erzeugten/gesammelten Daten ausgewertet werden können.
  4. Data Science (DS)
    DS (Datenwissenschaft) ist ein Begriff, der mehrere Teil-Fachgebiete der Informatik / KI abdeckt. DS umfasst insbesondere maschinelles Lernen, Statistik sowie Aspekte der allgemeinen Informatik (z.B. Algorithmen, Datenspeicherung)

Mehr als diese 4 Begriffe muss man zunächst zur KI-Methoden Begriffswelt erst mal nicht wissen.
Eigentlich ganz einfach!

Auf dieser ersten begrifflichen Basis kann dann auch viel effektiver darüber nachgedacht werden welche KI-Methoden / Lösungen für Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle einen Mehrwert darstellen können. Es muss in diesem Kontext auch nicht immer alles disruptiv sein und es erfordert auch nicht immer eine Transformation um sich als Unternehmen / Organisation zukunftsfähiger aufzustellen. In meiner Praxis habe ich bisher mehr als 500 Anwendungsfälle für alle Unternehmensbereiche identifiziert. Also Möglichkeiten für die Anwneudng von KI-Methoden gibt es genügend.
Darüber hinaus sollten Softwarehersteller die aus Marketinggründen nahezu überall „KI inside“ auf Ihre Produkte schreiben kritischer hinterfragt werden können und da erlebt man auch so einige Überraschungen.

Herzliche Grüße
Dirk Stein

Anbei der Artikel von Gerhard Weiss ausder FAZ vom 16.11.2019:

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dirkstein

Entrepreneur, Berater, Visionär