Digital Business: Learnings aus der Prozessautomatisierung

Digital Business: Learnings aus der Prozessautomatisierung

Digital Business: Learnings aus der Prozessautomatisierung 2560 1582 dirkstein

Die industrielle Einführung der robotergestützten Prozessautomatisierung verspricht eine verbesserte Effizienz für Unternehmen und ist eine Schlüsseltechnologie im Transformationswerkzeugkasten hin zu einem einen echten Digital Business.

Der Roboter ist in der klassischen Schwerindustrie kein Unbekannter. Sein virtueller Mitarbeiter, die robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA mit/ohne ML), hat gerade erst richtig begonnen seinen Platz in der Industrie zu finden.

Die cleveren Software-Roboter dieser Technologie können sich wiederholende und zeitraubende Aufgaben erfüllen. Sie bieten eine Vielzahl von Vorteilen, von verbesserter Qualität oder Compliance, Transaktionsbeschleunigungen sowie Kostensenkungen.

Bei der Einführung von RPA treten häufig Fehler auftreten und die Implementierung dieser Technologie ist für viele Unternehmen nicht eine reibungslose Angelegenheit, so wie die praktischen Erfahrungen in großen nationalen und internationalen RPA/Automatisierungsprojekte zeigen.

Warum tun sich so viele RPA-Projekte so schwer?

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der RPA / Automatisierungsprojekte in Unternehmen scheitern.  Die offensichtlichsten Gründe in dieser nachfolgenden Reihenfolge sind:

  1. Fehlende Gesamtstrategie sowie Gesamtbild über die Zukunft der Automatisierung im Unternehmen in Hinblick auf das Operating Model.
  2. Der Glaube Technologie automatisiert und transformiert das Unternehmen praktisch von allein.
  3. Aus einem falschen Glauben heraus resultiert meist das Missverständnis, dass Prozessautomatisierungen als reine Technologieimplementierung durch die IT geführt werden.
  4. Fehleinschätzung dessen, was nach der Einführung der Automatisierung passiert und das Denken, dass Roboter die ganze Lösung seien. Hier werden insbesondere die Veränderungen in den Job Rollen sowie Future Skills des Operating Models sehr oft sträflich vergessen.
  5. Die Ausrichtung der RPA-Technologie auf die falschen Prozesse verbunden mit der Annahme, die für einen Piloten erforderlichen Fähigkeiten seien für den realen operativen Betrieb geeignet.

Aus Automatisierungs- / RPA-Fehlern lernen

  1. Die gute Nachricht ist, dass die Unternehmen aus ihren Fehlern der Vergangenheit lernen und einfach einen anderen Ansatz wählen können, da die meisten RPA-Fehler auf menschliches Versagen und nicht auf die Technologie selbst zurückzuführen sind.
  2. Um den gleichen Fehler nicht zweimal in Automatisierungs-/RPA Projekten zu machen, muss ein Unternehmen den gesamten Prozess der Automatisierung als Lebenszyklus, um ein umfassendes Verständnis und nachhaltigen Nutzen aus der Automatisierung sicherzustellen.  
  3. Die Einbeziehung von Fachexperten um falsche Annahmen / Erwartungshaltungen zu vermeiden
  4. Nutzung einer Prozesslandkarte als Navigationsinstrument.  Dabei ist auch zu bedenken, dass sich nicht jeder Prozess zur Automatisierung eignet. Jedoch ist es bei dem Großteil der Prozesse der Fall.
  5. Einbindung der AFchexperten eines Automatisierungspartners, der auch ein langfristiges Interesse an Ihrem Automatisierungserfolg hat und zudem ggf. in der Lage ist die Automatisierungsprojekte mitfinanzieren zu können und somit den Lebenszyklus der Automatisierung im Unternehmensinteresse nachhaltig managen und unterstützen kann.  Also Unternehmen, die lediglich Berater und/oder nur SW Lizenzen verkaufen, helfen den neuen digitalen Unternehmen nicht mehr weiter. Dieser Trend wird durch die aktuelle Pandemie zudem weiter verstärkt.

Wo die robotergestützte Prozessautomatisierung die Industrie verändert

Automatisierungs- bzw. RPA-Projekte, die erfolgreich sind, lehren uns die gleichen Lehren wie jene, die scheitern. Und es gibt eine Menge zu lernen von Unternehmen, die durch die Implementierung von Automatisierungslösungen profitieren.

Es gibt zwar viele Anwendungsfälle von RPA in der klassischen Büroumgebung (i.e. Backoffice Prozesse), aber RPA entfaltet seine eigentliche Stärke insbesondere auch in Industrien wie der Schifffahrt, der Fertigung und dem Bergbau. Die größte Priorität in diesen Branchen hat z.B. die Sicherheit der Arbeitnehmer und RPA wird eingesetzt, um die Abhängigkeit von Menschen bei risikoreichen Aufgaben zu verringern.

Bergbauunternehmen arbeiten unter anderem an der Entwicklung eines Modells, das seinem Metallurgieteam hilft, die Erzgewinnung zu steigern. Das Modell basiert auf mathematischen Mustererkennungstechniken oder maschinellem Lernen und verwendet Datenautomatisierungen, um Empfehlungen zu den weiteren Abbauplanungen auszusprechen. Das ist ein gutes Beispiel wie Automatisierung auch Geschäftsmodelle in scheinbar analogen Branchen nachhaltig verändern. Diese angesprochene Lösung machen ganze Serviceprovider zu einem reinen Digital Business als Services on Demand.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA verwendet z.B. eine RPA-Plattform, um verschiedene Prozesse in ihrem Raumfahrzeug Orion zu automatisieren, das für eine Mission zum Mars vorbereitet wird. Drei Hauptdisplays zur Überwachung und Steuerung des Raumfahrzeugs stellen mittels automatisierter Testprozeduren sicher, dass die Software hinter den Glasdisplays fehlerfrei funktioniert. RPA unterstützt die Mission der NASA, uns Menschen weiter in den Weltraum bringen zu können.

Bei der Siemens AG sind anfänglich 50 Prozesse und 80.000 Arbeitsstunden automatisiert worden. Nach der Implementierung weiterer Automatisierungslösungen sind weniger als einem Jahr 170 zusätzliche Prozesse und mehr als 280.000 zusätzliche Stunden automatisiert worden. Das ist zudem auch ein effektiver Beitrag zur Schaffung von resilienten Geschäftsprozessen und Geschäftsmodellen, nach denen sämtliche Unternehmen aufgrund er aktuellen Pandemie suchen, um für künftigere Pandemien besser gerüstet zu sein.

Automation.Just do it. Right.

Ihr Dirk Stein

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dirkstein

Entrepreneur, Berater, Visionär