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Burnout der digitalen Transformation vermeiden- Fünf Kernlösungen
Burnout der digitalen Transformation vermeiden- Fünf Kernlösungen 2560 1707 dirkstein

1. Wissen, warum digital transformiert wird

Analysen zeigen, dass Misserfolge bei der digitalen Transformation allzu häufig vorkommen und ihr eigentliches Ziel verfehlen.  Es besteht ein großes Risiko, dass digitalen Transformationsprojekten die Luft ausgeht.  Sie sind in der Regel recht lang und stören in der Regel auch bestehende Arbeitsabläufe. Deshalb kommt es auch immer wieder zu einem Kampf um Reihenfolgen sowie Prioritäten zwischen Regelgeschäft und der digitalen Transformation. Das ist die sogenannte „Ambidextrie Herausforderung“, die die künftigen Führungskräfte in jedem Fall beherrschen und in Einklang bringen müssen.

Zu Beginn muss das „Warum“ oder gerne auch der „Purpose“ der geplanten digitalen Transformation unbedingt präzise formuliert werden. Das “Warum“ ist festzustellen und ist dann kommunikativ zu verstärken und zu validieren. Das „Warum“ muss immer wieder kommuniziert werden. Darüber hinaus muss das „Warum“ der digitalen Transformation überzeugend, klar, glaubwürdig und motivierend für alle Mitarbeitende und die gesamte Organisation sein.

Organisationen ohne ein starkes „Warum“ in Bezug auf die digitale Transformation haben Schwierigkeiten ihre Mitarbeitenden von den Vorteilen der digitalen Transformation zu überzeugen. Ohne einen klaren Fokus und eine engagierte Mitarbeitende werden digitale Transformationsprojekte scheitern, da sich wie die Erfahrung zeigt allzuoft Lethargie bei den Menschen breit macht und sehr oft zu einem Konsens unter den Mitarbeitern führt, die ‚alles schon einmal gesehen haben‘ und dass ’sich nie wirklich etwas ändern wird‘.

2. Ziele, Erfolge und auch Misserfolge teilen

Selbst wenn Organisationen eine starke Vision für die digitale Zukunft definiert haben, kann schlechte Kommunikation immer noch zu Misserfolgen bei der digitalen Transformation führen. Viel zu oft wird ein Transformationsprojekt mit einer Fanfare gestartet. Dann vergeht die Zeit, eine Kommunikation findet zu wenig oder gar nicht statt und das digitale Transformationsprojekt wird vergessen. Wenn schließlich eine Mitarbeitermitteilung verschickt wird, fehlt dann in der Organisation meist der notwendige Enthusiasmus, der für einen langfristigen Erfolg der digitalen Transformation erforderlich ist.

Botschaften von Führungskräften sollten kurz und einfach sein. Die Häufigkeit und Frequenz dieser Mitteilungen ist ebenfalls wichtig, um sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden über den Fortschritt auf dem Laufenden gehalten werden.

Führungskräfte sollten sich auch um Offenheit bemühen. Nahezu alle transformatorischen Digitalprojekte erleiden Rückschläge. Das ist normal. Auch das gehört zur Mitarbeiterkommunikation, denn sie werden in der Regel sowohl die Ehrlichkeit als auch die Bescheidenheit zu schätzen wissen. Andernfalls werden Gerüchte als auch Unwahrheiten den Erfolg der digitalen Transformation untergraben.

3. Bedeutung und Rolle der Technologie nicht übermäßig hervorheben

Die digitale Transformation, die sich primär um die Technologie dreht, wird im Gegensatz zu den Vorteilen und Ergebnissen, die sie für die Menschen erzielen wird, mit ziemlicher Sicherheit scheitern. Es stellt sich in diesen Fällen meist schnell Müdigkeit bei den Mitarbeitenden ein, wenn die Technologie führend ist. In diesen Fällen erwarten Menschen meist, dass sie die erwarteten Ergebnisse  bzw. Zielsetzungen der digitalen Transformation einfach wie von selbst bekommen werden und zwar ohne in eigene neue Fähigkeiten, Einstellungen und Verhaltensweisen für den digitalen Erfolg zu investieren.

Auch die Übertragung der Verantwortung für die digitale Transformation an die IT-Abteilung kann zu Misserfolgen bei der digitalen Transformation führen.  In vielen Fällen wird die digitale Transformation immer noch allein der IT-Abteilung anvertraut. Dies stellt die IT sehr oft vor eine unüberwindbare Aufgabe und führt wenig überraschend oft zum digitalen Transformationsburnout.

Eine ineffiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen kann das Problem noch verschärfen. Allzu oft werden IT-Mitarbeiter neue digitale Projekte von Grund auf neu auflegen, ohne sich zuvor um die Nutzung digitaler Fähigkeiten zu kümmern, die möglicherweise bereits an anderer Stelle im Unternehmen vorhanden sind. Tatsächlich bedeutet dies, dass das IT-Personal immer und immer wieder die gleiche Grundlagenarbeit leisten muss. Und täglich grüßt das Murmeltier. Das führt in der Regel auch zu signifikant längerer Projektdauer und höheren Kosten.

4. Alle Mitarbeitende ermutigen einen Beitrag zu leisten

Wenn die digitale Transformation einer bestimmten Abteilung oder Teams vorbehalten ist, ist es fast unvermeidlich, dass Außenstehende das Interesse verlieren.  Aus Sicht aller Mitarbeitenden gehört zu werden, beteiligt zu sein und eine Stimme zu haben ist ein extrem erfolgskritisches Element für den digitalen Transformationserfolg.  Das hilft das Engagement zu erhöhen und die potentielle Müdigkeit bei allen Mitarbeitenden zu verringern.

Die Zusammenarbeit mit Praktikanten oder Hochschulabsolventen, die in einer Welt des raschen digitalen Wandels aufgewachsen sind, kann auch dazu beitragen, die Lethargie von Führungskräften auszugleichen, die an traditionelle Arbeitsweisen festhalten oder persönlich weniger positiv die Notwendigkeit des digitalen Wandels sehen.  In vielen Organisationen ist die Vordenkerrolle, die Entwicklung und das frische Denken in den Bereichen Digitaltechnologien, KI und Robotik in die [jüngere] Altersgruppe gewandert. Diese Menschen mit digitaler Vision werden die von der Spitze der Organisation festgelegten Digital-Agenda begrüßen sowie motiviert sein und Ihre Energie entfalten.

5. „Quick-Wins“ suchen und darauf aufbauen

Wenn die digitale Transformationsstrategie zu Beginn des Veränderungsprozesses keine messbaren Erfolge erzielt, kann sich das wie ein langer Marsch auf ein sich bewegendes Ziel anfühlen, das anhaltend weit entfernt erscheinen kann und ggf. auch bleibt. Wenn dies über Monate oder sogar Jahre hinweg geschieht, werden die Menschen das Ziel und das „Warum“ der digitalen Transformation schnell aus den Augen verlieren.

Sehr hilfreich ist, sich an die Fabel „Die Schildkröte und der Hase“ zu erinnern, um Misserfolge bei der digitalen Transformation zu vermeiden. Die digitale Transformation muss zwar ein gewisses Tempo vorlegen und jedoch zugleich darauf achten, dass nicht durch zu viele Initiativen zur gleichen Zeit die Organisation ausbrennt. Es ist zunächst mehr als sinnvoll, sich auf eine kleine Anzahl von Maßnahmen zu konzentrieren, die schnelle Erfolge erzielen können. Das trägt maßgeblich dazu bei, hoch motivierte Champions für die digitale Transformation in der eigenen Organisation zu entwickeln und die Voraussetzungen für weitere digitale Erfolge in Zukunft zu legen. Viel Erfolg!