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FoodTech: Lunch für Loser oder eine Religion?
FoodTech: Lunch für Loser oder eine Religion? 240 320 dirkstein

Die Börsen Zeitung vom 03.12.2015, Seite 6, hat sich dem Thema Food Tech Start-Ups, das sind im Wesentlichen Lieferdienste, kritisch gewidmet. Seit 2011 bis Q3/2015 sind demnach global in 74 Finanzierungsrunden insgesamt 1,25 Mrd. US Dollar eingesammelt worden.

Dazu gehören u.a. Unternehmen, wie HelloFresh, Deliveroo, Doordash, Grubhub oder Delivery Hero. Delivery Hero wird derzeit mit 3 Mrd. US Dollar bewertet.

Es mehren sich nun laut Börsen Zeitung zunehmend die Zweifel, ob den Investoren die hohen Investitionen in FoodTechs nun auch gut bekommen werden. Die Diskussion in diesem Kontext hat bei allen Start-Ups im Sommer deutlich eingesetzt.  Wir berichteten hierzu bereits am 25.08.2015 und zuletzt am 13.11.2015. Nun trifft die eingesetzte Debatte auch die FoodTech Start-Ups in Hinblick auf die Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells und demzufolge auch über ihre Unternehmenswerte. HelloFresh hatte vor ein paar Wochen zudem seinen Börsengang abgesagt.

Den FoodTech Start-Ups stehen auch Pulverprodukte, wie z.B. von Soylent gegenüber, die im Silicon Valley im beliebter werden. Soylent konnte Finanzierungsrunden bei namhaften Investoren erfolgreich durchführen. Die Pulverprodukte mit allen Vitaminen sollen Zeit sparen, um sich effizienter der Arbeit widmen zu können. Bei Soylent stellt sich jedoch auch wiederum die Frage nach der Nachhaltigkeit von Investitionen zu Beispiel im Vergleich zu der Produktfamilie von Nestle Health Science. Differenzierung und Mehrwerte der FoodTech Herausforderer ist aus Kundensicht zu den bereits erfolgreich eingeführten Produkten etablierter Hersteller sind da eigentlich nicht zu erkennen. Alles eine Frage des Marketing oder der Religion des Lifestyle? Das ist in dieser Branche eine interessante Gemengelage.

Die meisten Transaktionen wurden im diesem Jahr in den USA (78), Indien (45),  China (18) gefolgt von Deutschland (12) und Großbritannien (7) getätigt. Die restlichen 21 Transaktionen verteilen sich kleinteilig auf weitere Länder.

Ob es Loser unter den FoodTech Investoren geben wird bleibt abzuwarten und wird interessant sein zu beobachten. Uns stellt sich dabei grundsätzlich die inhaltliche  Frage, was wirklich in den FoodTech Geschäftsmodellen disruptiv ist und wie aus Kundensicht die FoodTechs echte Mehrwerte generieren können. Eine Konsolidierung dieses Marktes könnte darauf eine Antwort sein, wie auch immer diese aussehen möge. Spannend.

Herzlicher Gruß
Ihr Dirk Stein