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Geschäftsmodell Nachbarschaftshilfe – Nextdoor.com
Geschäftsmodell Nachbarschaftshilfe – Nextdoor.com 392 306 dirkstein

Namhafte Investoren sind der heutigen Wirtschaftspresse zufolge bei nextdoor.com eingestiegen. So sollen zuletzt mehr als 100 Mio. US Dollar eingesammelt worden sein. Obwohl es sich derzeit um ein Geschäftsmodell ohne Einnahmequellen handelt, wird der der Unternehmenswert auf etwa
1 Mrd. US Dollar geschätzt. In kürze ist der Marktstart in Europa geplant. Ein Blick in die Business Plattform Xing.com bestätigt, dass Nextdoor bereits in Deutschland aktiv ist und alle Vorbereitungen trifft.

Der Trend für lokale E-Commerce Portale ist nicht neu und wird  derzeit in verschiedenen Projekten auch in Deutschland bereits umgesetzt. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Vernetzung des stationären Handels mit dem Online Handel, um u.a. die Kundenfrequenz in den innerstädtischen Geschäften sichern zu können.

Das neue an nextdoor.com als soziales Netzwerk könnte sein, dass u.a. mit lokalen Nachrichten gepaart mit Nachbarschaftshilfe die Marktdurchdringung zunächst mit vielen Nutzern sichergestellt wird.
Darauf aufbauend könnten dann die Internetgiganten wie z.B. Google gezielte Werbung und Empfehlungen für lokale / regionale Märkte geben und daran mitverdienen. Eine Integration der bereits existierenden Kleinanzeigenportale in das neuartige soziale Netzwerk nextdoor.com wäre ebenfalls denkbar. Ebenfalls eine Neuordnung in der Paketzustellung für die letzte Meile ist durchaus nicht abwegig, indem Nachbarn im Sinne von „Nachbarschaftshilfe“ Paketsendungen für Amazon oder Uber zustellen und dafür Gegenleistungen im Sinne von Rabatten bei angeschlossenen Händlern nach einem Punktesystem erhalten. Der Fantasie für dieses Geschäftsmodell sind hierbei kaum Grenzen gesetzt. Es könnten also auch die etablierten Post- und Logistikkonzerne zum Handeln gezwungen sein. Das wäre eine echte Wachstumsstory die es in sich hätte.

Das wird u.a. für lokale Zeitungsverlage sowie für die erwähnten existierenden lokalen Projekte in diesem Kontext  eine enorme Herausforderung werden. Auch Amazon Chef Jeff Bezos soll zu den Investoren gehören. Damit zeichnet sich ab, dass die etablierten amerikanischen Internetkonzerne – die nun auch höchst wahrscheinlich untereinander kooperieren werden und sich die Bälle im Sinne von Zusatzgeschäft zu spielen- eine Antwort auf die lokalen Internetprojekte in Europa geben werden. Es stellt sich die Frage ob europäische Internetunternehmen; Verlage, Handel sowie Post- und Logistikkonzerne hierauf eine Antwort geben wollen oder auch dieses Geschäftsfeld abermals anderen kampflos überlassen.

Herzlicher Gruß
Ihr Dirk Stein